Geschichte und Geschichten

 Ausgangslage

Momentan stellt sich die Situation wie folgt dar:

 

Alle historischen Strickmänner sind Westfalen, oder besser noch Münsterländer. Sie zogen hin und her, blieben aber immer im Münsterland. Ihre Ehefrauen und –männer holten sie sich ebenfalls aus dem Münsterland.

 

Aktuell ist die gesicherte Linie der Familie Strickmann in Sendenhorst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts (ca. 1630) zu Ende. Weiter zurück geht es nur für eine Ahnenlinie aus Darfeld, die Splanings. Hier besteht sogar erhebliches Potential, das es richtig weit zurückgeht. Sie waren eigen zum Stift Nottuln und Haus Mersch. Die Akten sind zwar noch zu sichten, aber es sieht gut aus.

Die weitere Lage in Sendenhorst ist unsicher. Steuerlisten mit Strickmännern laufen vor 1600 ins Leere. Vielleicht waren sie zu arm, oder kamen doch woanders her. Dies bleibt zu prüfen.

 

Es gibt zwei mir bekannte alte Höfe Strickmann in der erweiterten Umgebung. Der eine liegt in Voxtrup bei Osnabrück und der andere in Herzebrock bei Gütersloh.

 

Herzebrock liegt so nah, dass man auf den Gedanken einer Abwanderung vom Hof kommen könnte. Aber das ist momentan noch reine Spekulation.

 

Meine Vorfahren waren einfache Leute. In den PDF-Listen habe ich eine Liste mit Todesursachen beigefügt. Die Zeiten waren hart, richtig hart!

 

 

Hinweis: Namen von Vorfahren, die nicht Strickmann o.ä. hießen,  sind kursiv dargestellt.

 

14. Jahrhundert

1323, Sendenhorst: Vermutlich eine erste Brandkatastrophe

 

15. Jahrhundert

15. Jahrhundert: Beginn der Reformation

 

16. Jahrhundert

1535, Münster: Niederschlagung der Täuferbewegung

1555, Augsburg: Der Religionsfrieden zwischen evangelischem und katholischem Lager hat zwei Konsequenzen.

1. Der Landesfürst gibt die herrschende Religion vor.

2. Wenn ein Bauer/Bürger nicht konvertieren will, darf er das Land verlassen. dabei darf er sein Eigentum mitnehmen. Dies ist ein erstmlas verbrieftes Grundrecht für die normale Bevölkerung.

Das kann allerdings zu einigen Wanderbewegungen geführt haben. Meine Vorfahren waren aber wohl immer katholisch.

1566, Niederlande: Aufstand gegen die Spanier mit militärischen Auswirkungen bis Westfalen

16. Jahrhundert: starker Anstieg der Bevölkerung

1529, Sendenhorst: Mitten in Friedenszeiten brannte die Stadt fast vollständig nieder.

1531, Coesfeld: Verkauf von Land auf der Potweide an die Eheleute Sergius und Swene Brackman.

1544, Sendenhorst: Franz, Bischof zu Münster und Osnabrück, Administrator zu Minden, belehnt Anthonius Schotte mit dem Freistuhlsgut Hoikyckhoeve im Ksp. Sendenhorst, Bauerschaft Bracht, vorbehaltlich Rechte anderer. (Das führt später zu Streit vor dem Reichskammergericht. Das Verfahren muss ich noch raussuchen. Die Aktennummer habe ich aber mittlerweile!)

1550, Herzebrock: Um 1550 existiert eine Liste mit Namen, die der Gerichtsbarkeit der Äbtissin des Benediktinerinnen Klosters Herzebrock unterstanden. Dazu gehörte auch Strickmann (so geschrieben) aus der Brockbauerschaft.

1550, Coesfeld: Im selben Jahr wird ein Michael Brackman in Coesfeld genannt.

1555, Coesfeld: Verkauf eines Erbes. Das Erbe, dessen andere Hälfte Johann Torck und dessen Frau Catherina Hardenack gehört, ist ein Lehngut und bis auf jährlich sechs Scheffel an Michael Brackman und 1 1/2 Gulden an Aleke Burmans, die von + Johan Moercken gegeben.

1555, Sendenhorst: Wilhelm, Erwählter und Bestätigter des Stifts Münster, belehnt Anthonius Schotte mit dem Freistuhlsgute Hoyckinckhove im Ksp. Sendenhorst, Bauerschaft Bracht.

1560, Sendenhorst: Lotharingerkloster, Münster Bernhard, Erwählter und Bestätigter des Stifts Münster, belehnt Johann Schotte mit dem Freistuhlsgut Hoickinckhove im Ksp. Sendenhorst, Bauerschaft Bracht.

1560-1610: wiederholte Missernten

1571, Sendenhorst: wird ein Hans Schotte, Bürgermeister in Sendenhorst, erwähnt.

1571, Sendenhorst: Vergleich zwischen Hans Schotte und Berndt tor Strate gen. Bucker, Bürgermeister zu Sendenhorst,

1588, Sendenhorst: Im Kirchspielregister der Gemeinde Sendenhorst wird 1588 kein Strickmann gefunden.

1588, Kloster Liesborn (bei Lippstadt): Bei einer Grundstückans-angelegenheit wird der bürgerliche Vogt Johan Strickmann genannt. 

Für alle hier genannten Namen steht eine Bestätigung als direkter Vorfahre noch aus. Dennoch zeigt es einen längeren Verbleib der Familien vor Ort.

Älteste bekannte Namen sind Splaning und Hakenfort in Darfeld, die um 1575 geboren sein müssen. Hier kann das Stift Nottuln als Archiv weiterhelfen. Hakenfort waren hörig zum Haus Wersch.


17. Jahrhundert

 

seit 17. Jh. Abbau von Eisenerz bei Ibbenbüren
17. und auch bis  19. Jahrhunderts drangen in den Alpen zweimal die Gletscher vor „Kleine Eiszeit“. Dies war das stärkste seit der langandauernden Vereisung der letzten Eiszeit.

 

1618 - 1648: Durch den dreißigjähriger Krieg sowie einem Wiederaufflackern der Pest sank die Bevölkerungszahl Deutschlands von 16 Millionen auf 10 Millionen zum Ende des Krieges.

1621, Niederlande: Der zwölfjährige Waffenstillstand mit Spanien endet. Die Spanier marschieren Richtung Norden. Es wird der schwerste Nebenkonflikt des Dreißigjährigen Krieges.

1623, Stadtlohn: Große Schlacht zwischen evangelischer Union und katholischer Liga. Man darf ruhig annehmen, dass die Auswir-kungen weit über Stadtlohn hinaus strahlten.

1629, Sendenhorst: Die Kirchengemeinde Sendenhorst kauft eine 1. Orgel. Zur Finanzierung werden u.a. 100 Rthlr bei einem Wernicke aus Münster aufgenommen. Dafür haftet z.B. Henrich Strickmann mit seinem gesamten Vermögen "... bey verunterpfändung aller ihrer samptlicher und eines jedern besunders itziger und künftiger haab und gueter ...". Es wird ihm jedoch baldige Begleichung der Schuld in Aussicht gestellt.

1630, Usedom: Die Schweden greifen in den Krieg ein.
1632, Darfeld: Johan Borstinck als bislang ältester Ahne, dessen Geburtsdatum bekannt ist, wird geboren.

1637, Sendenhorst: Brüchtenregister, Wigbold Sendenhorst, Henrich Syckman (unsicher ob Syckman =Strickman), daß er Berndt Heyman mit der Faust ins Gesicht geschlagen

1638, Sendenhorst: Else Syckmanns, Wwe Johan Ruschenschmidt schuldet den Armen 20 Rthlr.

1638, Sendenhorst: Henrich zur Geist gt Syckman schuldet den Armen 40 Rthlr.

1639, Sendenhorst: Stadtbrandt, etwa 80 Gebäude verbrannten.

1645, Sendenhorst: Henrich Stryckman war Bürgermeister und Provisor des Armenhauses in Sendenhorst.

1645, Sendenhorst:  Die Stadt verkauft ein Stück Stadtgarten an Göddert Hardewig erblich (später an David Linneman) Joh Suerman, H Stryckman Bürgermeister, Provisoren (Verwalter) des Armenhauses: 1645 Johan Surman Henrich Stryckman

1645, Sendenhorst: Kloster Vinnenberg, Pfandexekution gegen Martin Schotte.

1650, Sendenhorst: Ein Brand an der Südstraße, der 50 Häuser einäscherte.

1650, Fürstbischof Christoph von Galen wird Landesherr.

Das Stammhaus der Familie Strickmann in Sendenhorst lautet: Südgraben 124.

 

1651, Herzebrock: In der ältesten Seelenstandsliste wird der Name Strickmann als vier Personen in der Brockbauerschaft erwähnt.

1653, Sendenhorst: In diesem Jahr waren verschiedene Truppen hier stationiert und verursachten Schäden.

1654, Wiedenbrück: genannt wird Engel Strickmanns, uxor Christopher Koch

1656, Coesfeld: Die Bäckerseheleute Brackmann verkaufen ein Stück Land.

1661, Münster: Kampf des Bischofs gegen die Stadt, die zahlreiche ihrer alten Rechte inklusive der städtischen Selbstverwaltung von nun an aufgeben und das uneingeschränkte Besatzungsrecht einräumen musste.

1662, Sendenhorst: Kloster Vinnenberg, Übertragung des Schottenerbes Kr. Sendenhorst an das Kloster Vinnenberg.

1662, Sendenhorst:  Pastor Kleikamp, Provisor Henrich Strickmann und andere schreiben wegen der Beschaffung der Orgel einen Bittbrief an den Richter Bisping.

1663, Sendenhorst: Henrich Strickmann schreibt an die Herren Otto Henrich Korff genannt Schmisinck und Goswin Droste zu Vischering, beides Gutsherrn zu Sendenhorst.

1664, Sendenhorst: Register der Personenschatzung des Amts Wolbeck de 1664 (Türkensteuer). Genannt wird Johan Strieckmann mit Frau, sowie den Söhnen Andreas und Berndt.

1665 und 1681: Es fielen noch einmal rund hundert Personen den Hexenverfolgungen zum Opfer.

1666, Sendenhorst: Nach einem Blitzschlag brannten wieder 18 Häuser.

1668, Sendenhorst: Für die Wittwe Strickmann (Christina Lange) wird als Wohnsitz das Nordviertel genannt. Sie wohnte dort mit zwei minderjährigen Töchtern.

1668, Wiedenbrück: genannt wird Johan Schulenberg und Elsche Strickmanns, Eheleute

1670, Sendenhorst: Es fällt im Zusammenhang mit Armenlisten von Sendenhorst der Name von Johan Strieckmann.

1676, Sendenhorst: In einer Liste der verbrannten und wüsten Häuser wird Heinrich Strickmann genannt. Verbrannt, wieder aufgebaut und dadurch ganz unvermögend.

1680, Darfeld: Es gab einen Hof Hakenfortt/Kakenfort im Kspl. Darfeld, Bauerschaft Geitendorf eigenbehörig zum "Hs. Wersch".

1680, Darfeld: Außerdem existierte ein Hof Rötgerinck/ Bernd Rotgerman im Kspl. Darfeld, Bauerschaft Höpingen eigenbehörig zum "Hs. Rockel". Dazu stand dort noch ein Hof  Rötgerman im Kspl. Darfeld, Bauerschaft Höpingen eigenbehörig zum "Hs. Steinfurt".

1686, Sendenhorst: Bitt- und Klageschrift der Erben Henrich Strickmanns wegen einer Schuldverschreibung der Kirche zu Sendenhorst bei Johann Wernike, Ratsherrn in Münster. Schluß der Prozessvollmacht Wilm Schrivers und Christian Strickmanns.

1687, Herzebrock: Verschiedene Neuerwerbungen vermehrten die Grundbesitzbasis des Klosters in seinem eigenen Ksp. Schließlich erwarb das Kloster von dem Rektor der Jesuitenniederlassung auf Haus Geist bei Oelde den Korn-und blutigen Zehnten seiner drei im Ksp. Herzebrock, Brockbs., gelegenen Erben Strickman, Birve und Lütke Möhler.

Der Hof Strickmann in der Brockbauerschaft, dessen Zehnten die Äbtissin erwarb, zahlte als Pacht 4 Mudde Gerste und 1 Molt Hafer.

1688, Sendenhorst: Eine Steuerliste nennt im Dorf Johan Strickmann auf Pastors Grund und Heinrich Strickmann, vorher Schmidtkamp. Im Südviertel wird ein Anton Strickmann genannt, sowie Stelthove, vorher Strickmann

1688, Sendenhorst: Das Einwohnerverzeichnis von Sendenhorst nennt einen Tuchmacher Heinrich Strickmann, sowie den Weber Andreas Strickmann.

1698, Warendorf: Erstmalig wird dort auch ein Christian Strickmann erwähnt, der aus Sendenhorst gekommen ist.

1700, Darfeld: Als Eigenhöriger konnte Heidenreich Splaning nicht ohne Erlaubnis des Grundherrn heiraten, bzw. seine Frau, die dem Haus Rockel unterstand konnte nicht einfach in die Herrschaft des Stiftes Nottuln wechseln ohne Ersatz zu stellen. Genau dies war aber durch eine Doppelhochzeit gegeben, denn Heidenreichs Schwester Margaretha wechselte mit ihrer Heirat mit Hermann Hemhoff aus der Herrschaft des Stiftes Nottuln zum Haus Rockel.

 

 

18. Jahrhundert

Gerste, Hafer, Roggen und Hirse waren die maßgeblichen Getreidearten. Weizen kam erst später in Verbreitung.

 

Für Süßes wurde häufig Honig verwendet, Zucker war eher den reichen Leuten vorbehalten.

 

Wichtig für die Ernährung waren auch Gemüsen und Hülsen-früchte, ebenso wie Sauerkraut und saure Gurken.

Fette wurden erheblich sparsamer verwendet als heutzutage.

 

Als Trockenobst im Winter gab es auch Pilze, Schlehen, Maulbeeren, Mispeln, Holunder, Hagebutte, Waldbeeren, Wild- und Gartenobst.

 

1720, Sendenhorst: Bernt Strickmann wird in einer Liste als Freier geführt.

9. Mai 1724 erster Spatenstich für den Max-Clemens-Kanal
durch Clemens August von Bayern.

1734: Preußische Truppen beziehen Winterquartier in Westfalen,

1740/41: Ein überaus grimmiger Winter führte zu einer überaus schwere Missernte und eine Welle des Hungers und des Sterbens.

1749, Sendenhorst: Mehr als 100 Häuser brennen ab.

Eine Tabelle nennt folgende abgebrannte Häuser im Südviertel:

·       32. Anton Strickmann, Weber

·       33. Christian Panninck, Weber

·       34. Stelthove ( Eigentümer Wigboldt Sendenhorst )

·       35. Joan Strickmann ( Eigentümer W. Sendenhorst )

1749, Sendenhorst: Familie Strickmann ist wegen Armut getrennt, vermutlich weil sie vorher abgebrannt sind. Joes Bernd ist 13 Jahre alt und als Schweinehirt bei einem Bauern Kohsendorff unter-gekommen. Später geht er nach Borghorst. Damit wird er Stamm-vater aller Strickmänner im Westmünsterland.

1751, Sendenhorst: Die Weststraße stand in Flammen.

1751, Sendenhorst: In einer Akte der Gemeinde wird Christian Strickmann schon als Bürger von Warendorf bezeichnet.

1753, Münster: Gründung eines Krankenhauses

1757, Westfalen: Ein langer schwerer Winter

Im Jahre 1757 besetzen französische Truppen für kurze Zeit das Fürstbistum Münster.

1758, Münsterland: Ein Hagelschlag vernichtet die Ernte. Es folgt langandauernder Regen, der die Äcker überflutet.

1761, Sendenhorst: Die Ruhr grassiert.

1756-1763: Im Siebenjährigen Krieg kämpften Preußen und Großbritannien/Kurhannover auf der einen und der österreich-ischen Monarchie, Frankreich und Russland sowie dem Heiligen Römischen Reich auf der anderen Seite alle europäischen Groß-mächte jener Zeit.Westfalen war Aufmarschgebiet.

1764, Sendenhorst: 17 Häuser fallen einem Brand zum Opfer.

1768, Münster: Es wird eine verpflichtende Brandversicherung eingeführt.

1763-1772, sowie 1788/89 war es im Winter besonders kalt.

1772, Sendenhorst: Ein trockener Herbst nach einigen nassen Jahren.

1773, Münsterland: Hagel von Hühnereigröße

1776, Sendenhorst: Seit 1751 das dritte oder vierte Mal Rinderseuche und eine fürchterliche Kälte.

1777, Sendenhorst und Münsterland: Menschen und Tiere erfroren die Beine im Schnee. Winter bis zum 22.02.

Erstmalig sind über 100 Erwachsene in der Schule!

1778, Sendenhorst: Im April erst sommerliche Hitze, dann wieder Winter. Der Pastor will an Sonn- und Feiertagen nicht mehr taufen, da sich die Leute anschließend volllaufen lassen und die heilige Messe verpassen!

1788, Recke: In einem Register königlicher Eigenbehörige werden mehrere direkte Vorfahren genannt. Gerdt Hegge ist nicht darunter.

1778-1794, Recke/Halverde: Gerdt Hegge wird Neubauer. 

1795, Nottuln: Anna Elisabeth Splaninck erhält den Freibrief.

 

19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert war auch geprägt von massenhaften Auswanderungen, vielfach in die USA. Die Gründe waren unterschiedlich, zum Teil waren Missernten durch das Klima verantwortlich, zum Teil die politische Lage.

Erst ab ca. 1850 erwärmt sich das Klima. Es wird wärmer. Gleichzeitig sind schon erste Folgen der Industrialisierung zu erkennen mit den bekannten Auswirkungen.

 

1802 übernahm Preußen Teile Westfalens.. Ebenfalls in diesen Zeitraum fällt die Säkularisierung geistlicher Territorien.

1806 besetzt Frankreich Westfalen.  Für einige Zeit existierte das französische Königreich Westfalen.

1806, Sendenhorst: Feuersbrunst begünstigt durch heftigen Wind

1808, Westfalen: Aufhebung der Eigenbehörigkeit für Bauern

Ab 1808 wird das althergebrachte Zunftwesen aufgelöst. An ihrer Stelle tritt die Gewerbefreiheit.

1813, Duisburg: Franz Carl Arnold Strickmann aus Ahlen studiert Medizin an der Universität.

Im Jahre 1815 wird dann die Provinz Westfalen als eine von 10 Provinzen des Königreichs Preußen gegründet.

Das Jahr 1816 war das Jahr ohne Sommer. Der Tambora auf Indonesien brach so heftig aus, dass die Auswirkungen bis nach Europa spürbar waren. Allein im Regierungsbezirk Münster sind 47.000 Menschen auf private Unterstützung angewiesen um nicht zu verhungern.

1816, Borghorst: In der Militärliste v. 1816/Stammrolle der Preußen von Borghorst (allg. Erfassung wehrfähiger Männer) wird folgendes vermerkt:
- im Dorf Borghorst 72A wohnt Tagelöhner Josef Strickmann, 50 Jahre alt
- ebenfalls dort wohnhaft Bernhard Heinrich Strickmann, Weber, geb. 1792 und ledig
- in der Bauerschaft Dumbte 8A wohnt Franz Karl Strickmann, Tagelöhner und 42 Jahre alt,
- ebenfalls dort wohnhaft Franz Strickmann 10 Jahre alt
Das Haus Dumbte 8A gehört zum Hof Gausselmann Dumbte 8. Die Tochter Anna Christina hat dort ein uneheliches Kind zur Welt gebracht.

1824, Horstmar-Leer: Franz Karl war mit Anna Maria Gertrud Bülters verheiratet und zog in dieser Zeit mit Kindern von Borghorst ins Nachbardorf.

1825 wird die Eigenbehörigkeit durch den preußischen Staat endgültig aufgehoben.

1826 wird Friedrich Strickmann aus dem Zuchthaus entlassen.

Zwischen 1815 und 1845 gab es auf Grund schlechter Witterung etliche Hungerjahre.

1839, Sendenhorst: Der Pastor bemerkt eine hohe Geburtenrate und hält es für unpassend, dass Totgeborene nachts verscharrt werden.

Am 29.05. kam abends um 10 Uhr es zu einem Bürgeraufstand mit Knüppeln, weil die Glocken zu lange und zu laut geläutet hatten.

Bemerkung: Der Bischof ist fast blind, wie man an seiner Kirchen-bucheintragung sehen könne.

1845/46 kam es bei der Kartoffel zur Krautfäule. In der Folge ergriff eine große Hungersnot ganz Europa.

1846 lässt ein heißer Sommer die Ernte verdorren.

1847 wird die Köln-Mindener Eisenbahn als erste in Westfalen fertiggestellt.

1848, Horstmar-Leer: Joan Franz Strickmann war mit Anna-Catharina Doet-Dodt verheiratet. Er lebte mit seiner Familie in Leer 50. Das Haus gibt es aber nicht mehr. In diesem Jahr verkaufte er Flächen an Schulze-Veltrup zurück, von dem er vorher 5 Parzellen erworben hatte. Stück für Stück ging es aber abwärts.

1862 wird in Wettringen der erste Bauernverein gegründet, der die Interessen der mittelständigen Bauern vertritt.

1865 wird in Hagen der erste westfälische Arbeiterverein gegründet. Es ist der Beginn einer sozialistischen Arbeiterbewegung in Westfalen

1868, Horstmar-Leer: Jetzt wurde das letzte Stück verkauft. Grund war wohl die schlechte Witterungslage, die viele Bauern in den Ruin trieb. Danach zogen die Strickmänner nach Ochtrup.

1871 Gründung des deutschen Reiches in Versailles.

1875 Eröffnung der Bahnlinie Münster-Gronau

1889, Sendenhorst: Bernhard Strickmann ist Steinmetz.

1896, Sendenhorst: Bildhauer Bernhard Strickmann ist Vorsitzender eines interessanten Vereins.

1897, Ochtrup: Das Elternhaus meines Vaters Franz haben die Eltern meiner Großmutter gekauft.

11. August 1899 Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals
durch Kaiser Wilhelm II